Aktuelle Meldungen aus den Printmedien:
Artikel aus der Oberbergischen Volkszeitung, 13. Oktober 2010
Alkohol: Kein Verkauf in der Nacht
Viele Schüler oft im Rausch
Karlsruhe / Lüneburg. Das Bundesverfassungsgericht hat das in Baden-Württemberg geltende Verbot für den Verkauf von Alkohol während der Nacht bestätigt. Das seit März geltende Verbot diene wichtigen Gemeinwohlzielen. Dazu passt eine Studie der DAK und der Leuphana Universität Lüneburg, wonach jeder zweite 15-Jährige in Deutschland sich regelmäßig einen Rausch antrinkt. Jeder zehnte Zwölfjährige gab an, wöchentlich Alkohol zu trinken.
Für die Studie waren 4116 Schüler zwischen zehn und 18 Jahren aus 17 Schulen in sieben Bundesländern befragt worden. Mehr als die Hälfte der Jungen und Mädchen haben laut Studie bis zum 13. Lebensjahr bereits Alkohol getrunken. "Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass Alkohol schon bei vielen jungen Schülern zum Alltag gehört", sagte Cornelius Erbe von der DAK. Auffällig sei der hohe Alkoholkonsum an Gymnasien. Nach den Ergebnissen der Studie trinkt jeder Gymnasiast regelmäßig Alkohol, an Haupt- und Realschulen ist es jeder vierte Schüler. (dpa/rtr)
Artikel aus der NRZ, 06. Oktober 2010, Denise Ludwig
Klartext
Ganz und gar nicht ladylike
Junge Mädchen und er Alkohol
Heimlich in der sturmfreien Bude der besten Freundin, öfffentlich auf Spielplätzen oder auf Partys - wo auch immer : Kinder und Jugendliche betrinken sich immer öfter bis zur Besinnungslosigkeit. Knapp 5000 landeten im Jahr 2008 im Krankenhaus - weil sie sich ins Koma gesoffen haben. Die meisten davon weiblich.
Jetzt haben die jungen Frauen also auch diese Männerdomäne erobert. Der Applaus bleibt in diesem Fall allerdings aus. Was die Mädchen bei ihren Saufexzessen vergessen: Sie sind biologisch im Nachteil. Weniger Alkohol richtet bei ihnen mehr und schneller Schaden an als bei Jungen.
Nicht nur, dass immer mehr junge Menschen sich immer öfter "die Kante geben". Sie werden auch immer jünger. Dass sogar schon zehnjährige Mädchen vergiftet in der Klinik liegen, ist erschreckend und muss alarmieren. Dabei dürfen sie gar nicht an den Alkohol kommen. Rein theoretisch.
Nun kann man verstärkte Kontrollen fordern, weniger Werbung oder mehr Anti-Alkohol-Kampagnen. Nur: Was bringt´s? Man muss sich nach dem Warum fragen. Warum tun sich Kinder und Jugendliche das an?
Das erste Bier, der erste Schnaps - geschmeckt hat es nicht, aber es gehört irgendwie zum Erwachsenwerden dazu, zählt zu den klassischen Grenzerfahrungen, die pubertierende Menschen machen. Nur kennen heute viele Mädchen und Jungen ihre Grenzen nicht mehr. Hier sind die Eltern gefragt, ihren Kindern klare Linien zu setzen und ihnen klar zu machen, dass es Konsequenzen hat, wenn diese überschritten werden. Auch das Abholen von einer Party kann auf die Jugendlichen manchmal abschreckend wirken.
Das andere ist die Grupendynamik. Wer in der Clique ist, schließt sich schnell der Mehrheit an, weil er Angst hat, als Außenseiter dazustehen. Ich treinke, also bin ich.... Es ist aber nicht ladylike, wenn junge Mädchen die Straße entlang torkeln. Und beeindruckend schon gar nicht.